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Züchterleitfaden

Gültig ab 20.11.2016

Leitfaden - Zuchtbestimmungen


Ziel unseres Clubs ist es, unsere Rassen nach dem FCI-Standard  zu züchten und die Zucht dieser Rassen zu fördern. Es ist die Pflicht jedes Züchters sich an die Zuchtbestimmungen zu halten.
Die Grundlage dafür bieten die Zucht- und Eintragungsbestimmungen des ÖKV (ZEO) und die Zusätze des AHHC zur ZEO (in Kraft ab 24.2.2016). Darüber hinaus sind das Österr. Tierschutzgesetz und die Österr. Tierhalteverordnung zu beachten.

Beantragung des Zuchtstättennamen:
Jeder angehende Züchter ist verpflichtet, sich einen Zuchtstättennamen über den ÖKV zu beantragen, der bei der FCI geschützt wird. Ausführliche Information und Formular dazu gibt es auf http://www.oekv.at/uploads/media/Formulare/Zuchtbuch/ZuchtstaettennamensschutzZMR_1.pdf

Grundbedingung für die Zucht ist, dass beide Elterntiere ins Österreichische Zuchtbuch eingetragen sind. Wird ein ausländischer Deckrüde verwendet, muss dieser in einem von der FCI (Federation Cynologique Internationale) anerkannten Zuchtbuch eingetragen sein.

Erforderliche Ausstellungsergebnisse:
Beide Zuchtpartner müssen auf mindestens zwei von der FCI anerkannten Hundeausstellungen oder Schauen (Clubsiegerschau) die Mindestformwertnote „Sehr gut“ nachweisen. Ein Formwert muss in der Zwischenklasse oder Offenen Klasse erreicht werden, einer kann aus der Jugendklasse stammen.


Erforderliche Gesundheitsatteste:

HD/ED:
Hündin und Rüde müssen vor einer geplanten Verpaarung auf etwaig vorhandene, genetisch bedingte Gelenkserkrankungen (HD/ED) röntgenologisch untersucht werden.
Der Hund muss dazu das 1. Lebensjahr vollendet haben. Empfehlenswert für unsere großen Rassen ist ein Alter von ca. 18 Monaten.
Das HD/ED-Röntgen muss ein vom Zuchtwart genannter Vertrauenstierarzt durchführen (die Liste der Vertrauenstierärzte ist auf der AHHC-Webseite unter „Züchterservice“ zu finden). Auf der Ahnentafel müssen vom Tierarzt Datum der Untersuchung und seine Stampiglie vermerkt werden, und am Röntgenbild Name des Hundes, Wurfdatum und Chipnummer.
Zur Befundung der Röntgenbilder autorisierte Tierärzte sind ebenso online unter „Züchterservice“zu finden.
Mit Ausnahme des Berger de Picardie (Paarungen mit HD A oder HD B) darf allgemein bis HD C gezüchtet werden, wobei folgende Paarungen erlaubt sind:
HD C x HD A und alle Paarungen mit leichteren HD-Formen.
Hunde mit ED III dürfen nicht in die Zucht genommen werden. Es wird empfohlen, Hunde mit ED II nur mit ED-freien Partnern zu verpaaren.
Auch im Ausland lebende Deckrüden benötigen einen HD/ED-Befund. HD-Röntgen und Befundung erfolgen im Heimatland.

PATELLAUNTERSUCHUNG, HERZULTRASCHALL und AUGENUNTERSUCHUNG sind für die ungarischen Rassen Komondor, Pumi und Mudi verpflichtend durchzuführen; für die restlichen Rassen werden diese empfohlen! Patellauntersuchung:
Von allen in Österreich eingetragenen Zuchthunden muss ein Patellabefund von einem dafür zugelassenen Tierarzt vorliegen.

Herzkrankheiten:
Die Herzuntersuchung kann von jedem Kleintierarzt mit nachgewiesener Ausbildung und langjähriger Erfahrung vorgenommen werden. Die kardiologische Untersuchung der Zuchthunde auf erbliche Herzerkrankungen hinsichtlich Klappenerkrankungen und angeborenen Missbildungen ist durchzuführen.
Der Hund wird allgemein untersucht, abgehört und danach wird eine Herzultraschalluntersuchung durchgeführt.
Das für die Untersuchung notwendige Formular wird vom untersuchenden Kleintierarzt bereitgestellt und ausgefüllt.

Augenuntersuchung:
Die Hunde müssen durch einen Augentierarzt, der im Rahmen der AKVO und ECVO Untersuchungen auf erbliche Augenkrankheiten durchführen darf, auf das Vorhandensein erblicher Augenkrankheiten untersucht sein. Sie müssen frei von erblichen Augenkrankheiten sein. Der Befund ist nur 12 Monate gültig.

Merle-Gentest (Mudi):
Merle darf nicht mit merle verpaart werden. Somit muss bei Verpaarungen von merle mit fawn oder weiß ein Gentest beweisen, dass fawnfarbige oder weiße Hunde nicht Merle-Genträger sind.

Zuchttauglichkeitsprüfung :
Die ZTP setzt sich aus 2 Teilbereichen zusammen:
1) Formwertüberprüfung durch einen aktiven Formwertrichter des ÖKV.
2) Wesenstest, der von einem ÖKV-Wesensrichter durchgeführt wird.
Anmeldungen zur ZTP nimmt der Zuchtwart entgegen; die Termine werden dann je nach Bedarf festgesetzt.

Züchtertagung:
Neuzüchter sind verpflichtet, vor ihrem 1. Wurf an einer Züchterschulung teilzunehmen. Für alle weiteren Züchter ist eine Teilnahme an dieser mindestens alle 2 Jahre erforderlich. Die Termine dazu werden auf der Webseite bzw. in der UH veröffentlicht.

Erforderliches Alter der Zuchttiere:
Der Rüde kann ab dem 15. Monat zur Zucht verwendet werden. Hündinnen dürfen keineswegs vor Vollendung des 24. Monats gedeckt werden.
Ausnahmen:  PON  - 15 Monate, Bouvier, Mudi, Pumi und Picard - 18 Monate.
Das Deckalter der Hündin endet mit dem vollendeten 8. Lebensjahr.

Deckakt:
Die erfolgte Deckung ist vom Besitzer der Hündin dem Zuchtwart sofort mittels Deckmeldungsformular mitzuteilen. Der ÖKV-Deckschein ist auszufüllen und muss vom Deckrüdenbesitzer unterschrieben werden.

Zuchtverwendung:
Hündinnen dürfen frühestens 10 Monate nach dem Wurftag wieder belegt werden.
Rüden dürfen ohne Zeitbegrenzung fünfmal eingesetzt werden. Über die weitere Zuchtverwendung entscheidet der Zuchtwart aufgrund der Nachzuchtbeurteilung.
Wurfwiederholungen sind nur mit schriftlicher Zustimmung des Zuchtwarts zulässig.

Zuchtstättenkontrolle:
Vor dem ersten Wurf eines Züchters erfolgt eine Zuchtstättenkontrolle durch den Zuchtwart. Der Termin dazu ist rechtzeitig mit dem Zuchtwart zu fixieren (am besten gleich nach erfolgter Deckung).

Wurfmeldung:
Jeder gefallene Wurf ist dem Zuchtwart mittels Wurfmeldungsformular (online) spätestens 3 Tage nach Geburt der Welpen zu melden.

Wurfabnahme:
Bei der Wurfabnahme durch den Zuchtwart - bei dessen Verhinderung wird dafür eine von ihm genannte Person beauftragt - müssen alle Welpen entwurmt, geimpft und gechipt sein. Eine Wiegetabelle für jeden einzelnen Welpen muss vorgelegt werden.
Um die Ahnentafel ausfertigen zu können, müssen folgende Dokumente eingereicht bzw. bei der Wurfabnahme dem Zuchtwart übergeben werden:

Originalahnentafel der Mutter
Originaleintragungsformular des ÖKV
Originaldeckschein
Befund der Augenuntersuchung (nicht älter als 12 Monate)
Kopie des HD/ED-Befundes des Vaters (falls er aus dem Ausland stammt)
beidseitige Kopie der Ahnentafel des Vaters (Name und Adresse des Besitzers müssen aufscheinen)
Kopien der Championtitel, Prüfungen, etc.
Zuchtstättenkarte
zwei Chipnummernstreifen/Welpe

Vollständig ausgefüllte Wurfabnahmeblätter versehen mit Namen und Adressen der neuen Welpenbesitzer müssen an den Zuchtwart geschickt werden.
Der Zuchtwart bearbeitet die Wurfmeldung, fertigt die Ahnentafeln aus und leitet sie an den ÖKV weiter. Von dort bekommt der Züchter die Papiere mit Rechnung zugesandt.